iPad kaufen: Welches Modell wirklich reicht
Vier iPad-Reihen von 499 bis 1.649 Euro, und die Vergleichstabelle von Apple hilft kaum weiter. Zwei Fragen führen schneller zum richtigen Modell.
Apple verkauft vier iPad-Reihen in sechs Größen, von 499 bis 1.649 Euro. Kurz gesagt: Willst du nur streamen, surfen und lesen, reicht das iPad (A16) für 499 Euro. Schreibst oder zeichnest du mit Druck, brauchst du mindestens das iPad Air. Als Laptop-Ersatz taugt am besten das iPad Air 13”. Details dazu und eine Rechnung, die keine Produktseite zeigt, folgen unten.
Das aktuelle iPad-Programm
| Modell | Display | Chip | Stift | ab (Wi-Fi) | im Handel seit |
|---|---|---|---|---|---|
| iPad (A16) | 11”, 500 Nits, nicht laminiert, kein P3 | A16 | Pencil (USB-C) | 499 € | März 2025 |
| iPad mini (A17 Pro) | 8,3”, laminiert, P3, 500 Nits | A17 Pro | Pencil Pro | 679 € | Oktober 2024 |
| iPad Air 11„ (M4) | 11“, laminiert, P3, 500 Nits | M4 | Pencil Pro | 799 € | März 2026 |
| iPad Air 13„ (M4) | 13“, laminiert, P3, 600 Nits | M4 | Pencil Pro | 999 € | März 2026 |
| iPad Pro 11„ (M5) | 11“, OLED, 1.600 Nits Spitze | M5 | Pencil Pro | 1.299 € | Oktober 2025 |
| iPad Pro 13„ (M5) | 13“, OLED, 1.600 Nits Spitze | M5 | Pencil Pro | 1.649 € | Oktober 2025 |
Preise: Apple Store Deutschland, August 2026. Basiskonfiguration mit 128 GB, beim iPad Pro mit 256 GB. Mobilfunk kostet 170 Euro Aufpreis, beim iPad Pro sind es 250 Euro.
Zwei Fragen entscheiden in der Praxis fast alles: welchen Stift du brauchst, und was dir am teureren Modell im Alltag wirklich auffällt.
Frage 1: Welchen Stift willst du benutzen?
Apple verkauft zwei Stifte, und der Unterschied zwischen ihnen ist größer als der zwischen manchen iPads.
Der Apple Pencil (USB-C) kostet 89 Euro, erkennt Neigung und haftet magnetisch am Gehäuse. Ihm fehlt laut Apples eigener Tabelle die Drucksensitivität – der Strich wird nicht dicker, wenn du fester aufdrückst. Er lädt zudem per USB-C-Kabel statt magnetisch, einen Doppeltipp zum Werkzeugwechsel gibt es nicht.
Der Apple Pencil Pro kostet 149 Euro, erkennt Druck und Neigung, reagiert auf Drücken, Drehen und Doppeltipp und lädt kabellos an der Magnetkante.
Und hier kommt der Filter: Das Basis-iPad für 499 Euro nimmt den Pencil Pro nicht an – nur den Pencil (USB-C) und mit Adapter den alten Pencil der 1. Generation. iPad mini, Air und Pro nehmen alle den Pencil Pro.
Wer handschriftlich notiert, skizziert oder Noten schreibt, ist beim günstigsten iPad raus. Der billigste Einstieg mit Drucksensitivität ist das iPad mini für 679 Euro.
Dazu kommt ein zweiter Punkt: Das Basis-iPad ist als einziges Modell nicht laminiert – zwischen Glas und Panel sitzt eine Luftschicht, die Stiftspitze berührt das Glas, der Strich erscheint sichtbar versetzt. Eine Antireflex-Beschichtung fehlt ebenfalls. Für Videos ist das egal, beim stundenlangen Schreiben merkst du es sofort.
Welcher Stift welche Funktionen mitbringt, steht ausführlich im Vergleich der Apple-Pencil-Modelle. Womit du auf dem iPad überhaupt schreibst, zeigt der Überblick über die besten Handschrift-Apps fürs iPad.
Frage 2: Brauchst du wirklich mehr als das Basismodell?
Die Frage lohnt sich andersherum: Was fällt dir am teureren Modell im Alltag überhaupt auf? Zum Streamen, Surfen, Lesen, Mailen und für Videotelefonie ist das Basis-iPad vollkommen ausreichend – der A16 ist kein langsamer Chip. Bei diesen Aufgaben merkst du zwischen 499 und 1.299 Euro keinen Unterschied, außer beim Display.
Vier Dinge bekommst du für den Aufpreis von 300 Euro zum iPad Air:
Apple Intelligence. Apples KI-Funktionen laufen laut Apple nur auf iPads mit M1-Chip oder neuer sowie auf dem iPad mini mit A17 Pro. Das Basis-iPad mit A16 ist ausgeschlossen, per Software ändert sich daran nichts mehr. Details im Überblick zu Apple Intelligence.
Das Display. Laminiert, entspiegelt, größerer Farbraum – fällt bei Fotos, im Freien und beim Schreiben auf.
Der Pencil Pro. Siehe oben.
Arbeitsspeicher. Das iPad Air hat 12 GB gemeinsamen Speicher. Wer mehrere Fenster nebeneinander legt oder einen externen Monitor anschließt, merkt das – durchgespielt am iPad mit externem Monitor.
Betrifft dich keiner der vier Punkte, ist jeder Euro über 499 verschenkt.
Die Rechnung, die keine Produktseite aufmacht
Sobald Stift und Tastatur dazukommen, verschiebt sich das Preisgefüge, denn das Zubehör kostet fast unabhängig vom Modell ungefähr gleich viel.
| Modell | Gerät | Stift | Tastatur | Summe | Aufschlag |
|---|---|---|---|---|---|
| iPad (A16) | 499 € | 89 € | 299 € (Magic Keyboard Folio) | 887 € | +78 % |
| iPad mini | 679 € | 149 € | keine von Apple, Bluetooth ab ca. 90 € | 918 € | +35 % |
| iPad Air 11” | 799 € | 149 € | 329 € | 1.277 € | +60 % |
| iPad Air 13” | 999 € | 149 € | 349 € | 1.497 € | +50 % |
| iPad Pro 11” | 1.299 € | 149 € | 349 € | 1.797 € | +38 % |
| iPad Pro 13” | 1.649 € | 149 € | 399 € | 2.197 € | +33 % |
Die Magic Keyboard Folio fürs günstigste iPad kostet 299 Euro – 60 Prozent des Gerätepreises, beim iPad Pro 13” nur 24 Prozent. Ein voll ausgestattetes Basis-iPad kommt so auf 887 Euro, ein nacktes iPad Air 11” auf 799 Euro: Wer Stift und Tastatur wirklich braucht, kauft mit dem Basismodell nur das schwächere Gerät, nicht das günstigere.
Wer Tastatur und Stift nicht braucht, sollte sie auch nicht kaufen – viele Magic Keyboards landen nach ein paar Wochen in der Schublade. Günstiger geht es trotzdem: Logitech-Alternativen im Apple Store kosten ab knapp 120 Euro, mit Trackpad ab etwa 180 Euro.
Welches iPad für wen
Du willst lesen, streamen und surfen
iPad (A16), 499 Euro. Die Empfehlung für die meisten Käufer – keine Verlegenheitslösung. Großes 11-Zoll-Display, ordentlicher Chip, 128 GB. Der Haken: kein Apple Intelligence, kein Pencil Pro.
Du machst handschriftliche Notizen
iPad Air 11” (M4), 799 Euro. Laminiertes Display, Pencil Pro, Apple Intelligence, M4. Mit Stift landest du bei 948 Euro – viel Geld, aber das erste Modell, auf dem sich Handschrift richtig anfühlt.
Du willst das kleinste iPad
iPad mini (A17 Pro), 679 Euro. Passt in die Jackentasche, nimmt den Pencil Pro und kann Apple Intelligence. Als Lesegerät, Notizblock oder Navigationsgerät unschlagbar, zum Tippen langer Texte zu klein. Ein Vorbehalt: Es ist das älteste Gerät im Programm, seit Oktober 2024 im Handel – Gerüchten zufolge steht ein OLED-Nachfolger an, prüfe vor dem Kauf den aktuellen Stand. Wie sich das über einen ganzen Tag anfühlt, steht im Bericht über die Gewohnheiten mit dem iPad mini.
Du willst das iPad als Laptop-Ersatz
iPad Air 13” (M4), 999 Euro. Nicht das Pro. Die 13 Zoll sind der Gewinn, der M4 langweilt sich bei Textarbeit ohnehin. Mit Tastatur und Stift bist du bei 1.497 Euro – Preisbereich eines MacBook Air. Diese Rechnung solltest du bewusst machen.
Du zeichnest oder schneidest Video beruflich
iPad Pro 11” (M5), 1.299 Euro. Das OLED-Display ist der Grund, nicht der Chip: echtes Schwarz, 1.600 Nits Spitzenhelligkeit bei HDR, dazu Thunderbolt für schnelle SSDs. Für alle anderen ein sehr teures Display.
Speicher, Mobilfunk und die zwei Häkchen beim Bestellen
Speicher. Der Schritt von 128 auf 256 GB kostet bei iPad, mini und Air je 130 Euro. Reine Streaming- und Surf-Nutzung: 128 GB reichen dauerhaft. Kommen Notizen, Fotos und heruntergeladene Serien dazu, wird es eng – Nachrüsten geht bei keinem iPad, im Zweifel also 256 GB.
Mobilfunk. 170 Euro Aufpreis plus Datentarif. Der Hotspot vom iPhone kostet nichts und reicht meistens. Ein Argument bleibt trotzdem: Nur Cellular-Modelle haben einen echten GPS-Empfänger – in Apples technischen Daten steht GPS/GNSS ausschließlich unter „Wi-Fi + Cellular“. Als Navigationsgerät im Auto, auf dem Boot oder im Gelände brauchst du deshalb Cellular, auch ohne SIM-Karte.
Neu, Vorjahresmodell oder gebraucht
Ein iPad altert langsamer als ein iPhone: seltener in der Hand, langlebiger Akku, lange Update-Versorgung. Ein gebrauchtes iPad Air mit M1 oder M2 ist deshalb oft das bessere Geschäft als ein neues Basismodell – es kann Apple Intelligence und hat das laminierte Display. Den Pencil Pro nimmt allerdings erst das M2-Modell.
Wichtig ist der Blick auf den Update-Horizont, denn bei jedem Systemwechsel fallen ältere Modelle heraus – welche Geräte aktuell dabei sind, steht in der Liste der kompatiblen Geräte. Worauf du bei Refurbished-Händlern und beim Privatkauf achtest, steht im Ratgeber zum Gebrauchtkauf.
Bleibt die Frage nach dem Zeitpunkt: iPads erscheinen ohne festen Termin, meist im Frühjahr und Herbst. Wie du abschätzt, ob sich das Warten lohnt, erklärt der Überblick über Apples Produktzyklen.
Die Entscheidung in fünf Zeilen
- Du willst mit Druck schreiben oder zeichnen? Mindestens iPad mini oder iPad Air – das Basis-iPad ist raus.
- Du willst nur konsumieren? iPad (A16) für 499 Euro, alles darüber ist verschenkt.
- Du willst Apple Intelligence? Ebenfalls mindestens mini oder Air.
- Du brauchst Stift und Tastatur? Rechne 240 bis 550 Euro obendrauf und vergleiche erst dann.
- Du willst ein Navigationsgerät? Nimm Cellular, sonst gibt es kein GPS.
Beantworte die erste Zeile, die auf dich zutrifft, und bestelle genau dieses Modell. Bleiben zwei Modelle übrig, nimm im Zweifel das größere Display statt des stärkeren Chips – den Chip merkst du kaum, das Display siehst du jeden Tag. Suchst du parallel ein neues Telefon, hilft die iPhone-Kaufberatung mit derselben Logik.
Häufige Fragen
Welches iPad ist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?
Für reines Konsumieren das iPad (A16) für 499 Euro. Sobald Stift oder Apple Intelligence ins Spiel kommen, kippt es zum iPad Air 11” für 799 Euro.
Kann ich den Apple Pencil Pro am günstigen iPad benutzen?
Nein. Das iPad (A16) unterstützt nur den Apple Pencil (USB-C) für 89 Euro. Der Pencil Pro funktioniert am iPad mini, iPad Air und iPad Pro.
Reichen 128 GB Speicher?
Beim reinen Streamen und Surfen ja, dauerhaft. Sammelst du Notizen, Fotos und Serien, plane 256 GB ein – Nachrüsten ist bei keinem iPad möglich.
Lohnt sich das iPad Pro gegenüber dem iPad Air?
Nur wegen OLED-Display und Thunderbolt, spürbar beim Videoschnitt und professionellem Zeichnen. Für Textarbeit, Surfen und Notizen ist der Aufpreis von 500 bis 650 Euro nicht zu rechtfertigen.
Brauche ich die Mobilfunk-Variante?
Für Internet unterwegs meistens nicht, der Hotspot vom iPhone genügt. Für Navigation schon, denn nur Cellular-Modelle haben einen echten GPS-Empfänger.