Die besten Karteikarten-Apps fürs iPhone (2026): Anki-Alternativen im Vergleich
AnkiMobile ist teuer und altbacken, aber konkurrenzlos stark. Wir vergleichen die besten Karteikarten-Apps fürs iPhone und sagen, welche sich für wen lohnt.
Fürs Staatsexamen oder große Stoffmengen bleibt AnkiMobile die Referenz, kommst du von Anki und willst es gratis und schöner, importiert MintDeck deine Decks, für lockeres Sprachenlernen reichen Quizlet oder Brainscape, und wer Notizen mit Karten verbinden will, findet das bei RemNote oder Mochi. Der Grund, warum sich das lohnt, heißt Spaced Repetition: Die App zeigt dir jede Karte genau dann wieder, wenn du sie fast vergessen hast, sodass Wissen mit 10 bis 15 Minuten am Tag ins Langzeitgedächtnis wandert statt in stundenlangem Pauken vor der Prüfung.
Wie groß der Bedarf ist, zeigt ein Blick auf die Charts. AnkiMobile kostet einmalig 29,99 Euro, sieht aus wie aus dem Jahr 2012 und hat eine steile Lernkurve, steht aber seit Jahren konstant unter den meistgekauften Bildungs-Apps in Deutschland. Genau deshalb ist rund um Anki ein ganzes Feld an Alternativen entstanden. Hier ist die ehrliche Einordnung, von der Referenz bis zu den Fällen, bei denen du vorsichtig sein solltest.
Das Original: Anki
Anki ist der Maßstab, an dem sich alles andere messen lassen muss. Der Funktionsumfang ist riesig, die Karten lassen sich mit HTML, Bildern, Audio und Formeln frei gestalten, und es gibt zehntausende fertige Decks aus der Community. Seit einiger Zeit nutzt Anki den FSRS-Algorithmus. FSRS ist der modernere Nachfolger der klassischen Wiederholungsformel. Er sagt für jede Karte voraus, wann du sie wahrscheinlich vergisst, und plant die Abfrage genauer. Das spart spürbar Wiederholungen bei gleichem Lernerfolg.
Der Haken liegt im Detail. AnkiMobile kostet 29,99 Euro, die Oberfläche ist sperrig, und der Geräte-Abgleich läuft zwingend über AnkiWeb, einen eigenen Cloud-Dienst. Wer die Einarbeitung nicht scheut und maximale Kontrolle will, bekommt trotzdem nichts Mächtigeres.
Karteikarten mit wissenschaftlichem Spaced Repetition
Die großen Namen
Quizlet ist der Mainstream-Einstieg. Riesige Bibliothek geteilter Karten, Lernspiele, simpel zu bedienen. Der Preis dafür ist ein Abo, und immer mehr nützliche Funktionen wandern hinter die Bezahlschranke. Für lockeres Vokabellernen reicht es, für ernsthafte Prüfungsvorbereitung mit eigenem System ist es zu oberflächlich.
Digitale Karteikarten zum Lernen und Üben
RemNote kombiniert Notizen, Wissensmanagement und Karteikarten in einem Werkzeug. Aus einer Notiz wird direkt eine Karte, dazu kommen Backlinks, PDF-Annotation und Formeln. Stark für vernetztes Lernen, aber komplex und nur auf Englisch.
Notizen, Karteikarten und Spaced Repetition in einem Tool
Brainscape setzt auf Selbsteinschätzung: Nach jeder Karte bewertest du auf einer Skala, wie sicher du dich fühlst, und das steuert die Wiederholung. Die App ist deutsch lokalisiert und hat viele kuratierte Decks. Das Pro-Abo ist allerdings deutlich teurer als bei der Konkurrenz.
Karteikarten mit Selbsteinschätzung und Spaced Repetition über alle Geräte.
Mochi ist der Geheimtipp für Tüftler. Karten werden in Markdown geschrieben, die Oberfläche ist angenehm reduziert, und einzelne Karten lassen sich zu einem Wissensnetz verlinken. Auch hier gilt: nur auf Englisch, und der Geräte-Abgleich kostet.
Markdown-Karteikarten mit Spaced Repetition, schlank und schön
Aus Deutschland: Repetico
Wer eine deutsche App mit klarem Prüfungsfokus sucht, landet bei Repetico aus Köln. Du gibst dein Lernziel-Datum ein, und ein automatischer Lernplan verteilt den Stoff bis dahin. Für Jura und einige IHK-Prüfungen gibt es qualitätsgeprüfte Karten im Shop. Die Optik ist nicht die modernste, dafür ist der Anbieter transparent und in Deutschland ansässig, was beim Datenschutz ein echtes Argument ist.
Karteikarten lernen mit Lernplan und Prüfungs-Zieldatum, deutsch.
Die Newcomer
Seit 2025 kommen Apps dazu, die das Beste aus Anki nehmen und in eine moderne iOS-Hülle packen. MintDeck ist das beste Beispiel: FSRS-Algorithmus, Import bestehender Anki-Decks per .apkg-Datei und CSV, komplett offline nutzbar, und der Lernkern ist gratis. Die App ist brandneu und hat noch wenige Bewertungen, zeigt aber, wohin die Reise geht.
Karteikarten-App mit FSRS-Algorithmus, Anki-Import und Offline-Lernen
Retain geht den entgegengesetzten Weg: maximal aufgeräumtes Design, Karten lassen sich per KI aus eigenem Material erzeugen. Schön, aber stark auf die KI-Funktion ausgerichtet, deren volle Nutzung Geld kostet, und nur auf Englisch.
Minimalistische Karteikarten mit KI-Erstellung und Spaced Repetition
In Empfehlungslisten taucht oft auch Discito auf, eine iOS-native App mit FSRS. Sie ist kostenlos im deutschen App Store zu haben und wird aktiv gepflegt.
Vorsicht: die Vertrauensfälle
Zwei populäre Apps verdienen einen genaueren Blick, bevor du Zeit in eigene Karten steckst. Noji hieß bis Juni 2025 Anki Pro und musste sich nach einem Markenkonflikt mit den Anki-Machern umbenennen. Wichtige Funktionen stecken hinter einem Abo, und das deutsche Listing ist maschinell übersetzt und teils fehlerhaft. Das ist kein gutes Zeichen für die Sorgfalt dahinter.
Karteikarten mit Spaced-Repetition und Anki-Import, vieles hinter Paywall.
AlgoApp hieß früher AnkiApp und ist trotz des Namens nicht mit dem quelloffenen Anki verbunden. Das Anki-Projekt warnt sogar offiziell vor der Verwechslung und vor dem Daten-Lock-in, weil sich die eigenen Karten nur schwer wieder herausexportieren lassen. Die App ist gut gemacht, aber wer seine Decks später woanders nutzen will, sollte das wissen.
Lernkarten-App mit KI-Generierung und Spaced Repetition, nicht das echte Anki.
Noch eine Sache: Datenhoheit
Willst du eine deutsche Alternative mit Lernplan statt Anki, ist Repetico die richtige Wahl. Und unabhängig vom Anwendungsfall lohnt vorab ein Blick darauf, ob sich deine Karten jederzeit exportieren lassen. Genau hier schwächeln Noji und AlgoApp.
Wer noch mehr Werkzeuge fürs Lernen sucht, findet in unserer Übersicht der besten iPhone-Apps fürs Studium weitere Empfehlungen. Und wenn du Mitschriften und Karten kombinieren willst, lohnt ein Blick auf die besten Notiz-Apps fürs iPhone.
Häufige Fragen
Was ist Spaced Repetition?
Eine Lernmethode, bei der die App den Abstand zwischen den Wiederholungen einer Karte automatisch steuert. Was du gut kannst, kommt seltener, was wackelt, häufiger. So lernst du in weniger Zeit nachhaltiger als mit stumpfem Wiederholen.
Was ist FSRS und warum ist es besser?
FSRS ist ein moderner Wiederholungsalgorithmus, der für jede Karte vorhersagt, wann du sie vergisst. Er plant präziser als die älteren Formeln und reduziert die Zahl der nötigen Wiederholungen. Anki und neuere Apps wie MintDeck setzen darauf.
Ist AnkiMobile die 29,99 Euro wert?
Für ernsthaftes Lernen mit großen Decks ja. Du zahlst einmalig, ohne Abo, und bekommst das mächtigste System. Wer nur gelegentlich Vokabeln lernt, ist mit einer kostenlosen App besser bedient.
Kann ich meine Anki-Decks in andere Apps übernehmen?
Teilweise. Apps wie MintDeck importieren das .apkg-Format direkt samt Lernfortschritt. Bei vielen anderen Apps musst du neu anfangen, und bei AlgoApp ist der Export sogar bewusst erschwert.
Welche Karteikarten-App ist kostenlos und trotzdem gut?
MintDeck bietet FSRS und Anki-Import gratis. Auch Quizlet, Brainscape und Mochi haben kostenlose Stufen, schalten den vollen Funktionsumfang aber erst im Abo frei.