iPhone Apps die ich täglich nutze
Fünf Apps öffne ich wirklich jeden Tag: Wetter, Messenger, Notizen, Fotos, Musik. Eine davon habe ich selbst gebaut, und genau die überrascht am meisten.
Die Frage ist schwerer als sie klingt: Welche Apps nutzt du wirklich jeden Tag? Nicht welche installiert sind, nicht welche man gut findet. Welche man öffnet, ohne darüber nachzudenken.
Bei mir sind es fünf: Anemogram, Signal, Bear, Fotos, Spotify. Keine Rangfolge, keine Auswahl aus einem Testfeld – die Liste, die übrig bleibt.
Eine davon habe ich selbst entwickelt. Das gehört an den Anfang und nicht ins Kleingedruckte: Anemogram ist meine eigene Wetter-App. Sie steht hier, weil sie zu diesen fünf gehört, nicht weil sie von mir ist. Wer das anders sieht, weiß es jetzt und kann die restlichen vier lesen.
Anemogram, meine eigene Wetter-App
Ich habe sie gebaut, weil mir bei anderen Wetter-Apps der eine durchgehende Blick fehlte: Statt einzelner Kacheln für Temperatur, Wind und Regen zeichnet Anemogram einen scrollbaren Verlauf, in drei Ansichten für Wind, Wetter und Nacht. Das grüne Fenster markiert die Stunden, die zu deinem Vorhaben passen – Wassersport, Radfahren, Sterne beobachten – nach Werten, die du selbst einstellst. Kostenlos, ohne Werbung, ohne Konto, Daten von Open-Meteo.
Wetter als durchgehende Kurve: Wind, Böen, Sonnenstunden und Gezeiten
Für Regenradar, Unwetterwarnungen oder Pollenflug bist du mit einer App aus dem Überblick zur besten iPhone Wetter-App besser bedient.
Signal
Signal ist mein Messenger, weil Verschlüsselung dort der Standard ist für jeden Chat, Anruf und jede Gruppe – kein Schalter, der sie versehentlich ausschaltet. Dahinter steht eine spendenfinanzierte Stiftung statt eines Werbekonzerns, der Quellcode liegt offen, und das Protokoll wird inzwischen auch von anderen Messengern genutzt. Auf dem Homescreen bleibt es, weil es nur tut, wofür es da ist – kein Feed, keine Stories.
Der Goldstandard für private Kommunikation
Der Vergleich der WhatsApp-Alternativen zeigt, warum Signal dort vorn steht, und Signal auf dem iPhone den Umstieg im Detail.
Bear
Bear ist die App, in der Text entsteht: natives Markdown, ## Überschrift wird sofort sichtbar, Tags statt Ordner, sodass eine Notiz an mehreren Orten liegen kann, ohne kopiert zu werden. Lesen und Schreiben auf einem Gerät ist kostenlos, Sync, Export und Bildsuche kosten mit Bear Pro rund 3 Euro im Monat. Im App Store steht die App bei 4,5 Sternen aus rund 1.200 Bewertungen, läuft aber nur auf Apple-Geräten.
Elegante Notizen-App mit Markdown-Unterstützung
Wer mit Markdown nichts anfangen kann, ist mit Apple Notizen aus dem Überblick über Notiz-Apps fürs iPhone gut bedient.
Fotos
Fotos habe ich nie ausgewählt, sie ist vorinstalliert – trotzdem läuft täglich die Suche: Rechnung, Strand oder ein Vorname genügt, die Erkennung läuft auf dem Gerät, ganz ohne Album. Dazu die Basis-Bearbeitung, die im Alltag reicht, plus Bereinigen für störende Objekte auf iPhone 15 Pro und neuer. Lightroom ersetzt das nicht, muss es für Bilder, die man am selben Tag verschickt, auch nicht.
Apples Foto-App mit KI-Suche, Bearbeitung und Erinnerungen
Was in der App steckt, steht im Artikel zur Apple Fotos App, für unübersichtliche Bibliotheken hilft Fotos aufräumen.
Spotify
Musik läuft über Spotify – nicht wegen Klang oder Katalog, sondern wegen der eigenen Playlists und Vorschläge, die den Geschmack über die Zeit lernen. Ehrlich dazu: Spotify ist ein Großkonzern, die kostenlose Version bezahlst du mit Werbung und Daten, Premium kostet 12,99 Euro im Monat, der Familientarif 21,99 Euro für sechs Personen. Am Klang liegt der Unterschied nicht mehr: Seit Oktober 2025 liefert Spotify Premium verlustfreies Audio bis 24 Bit/44,1 kHz als FLAC, einschaltbar unter Medienqualität, nur mit kabelgebundenen Kopfhörern.
Musik- und Podcast-Streaming mit persönlichen Playlists
Wer im Apple-Ökosystem lebt, fährt mit Apple Music runder, weil es tiefer im System sitzt.
Fünf sind wenig, und das ist der Punkt
Auffällig an dieser Liste ist nicht, was drin steht, sondern wie kurz sie ist. Fünf Apps decken fünf Dinge ab, die jeden Tag vorkommen: rausgehen oder nicht, mit anderen schreiben, für sich schreiben, Bilder, Musik. Alles andere passiert seltener, als der Homescreen glauben macht.
Wenn du wissen willst, wie deine eigene Liste aussieht, musst du nicht raten, sofern die Bildschirmzeit bei dir aktiv ist. Unter Einstellungen → Bildschirmzeit → Alle App- & Website-Aktivitäten anzeigen steht, welche Apps du tatsächlich geöffnet hast, sortiert nach Nutzungsdauer. Wie oft du das Gerät in die Hand nimmst, steht als eigene Zahl daneben. Bei mir wich das Ergebnis deutlich von meiner eigenen Einschätzung ab. Nimm die obersten fünf und frag bei jeder weiteren App auf dem ersten Homescreen, wann du sie das letzte Mal gebraucht hast.
Häufige Fragen
Du empfiehlst deine eigene App. Ist das seriös?
Nur wenn es dabeisteht, deshalb steht es im Text statt im Kleingedruckten. Anemogram ist meine App, ich verdiene nichts daran, sie hat keine Werbung und keine In-App-Käufe. Für alles, was eine Wetter-App sonst können muss, verweise ich oben ausdrücklich auf andere Apps.
Was kosten die fünf Apps zusammen?
Anemogram, Signal und Fotos sind kostenlos. Bear ist zum Lesen und Schreiben auf einem Gerät kostenlos, für Sync und Export kostet Bear Pro knapp 3 Euro im Monat. Spotify Premium liegt bei 12,99 Euro im Monat. Zusammen sind das rund 16 Euro monatlich, und beide Abos sind ersetzbar.
Warum Signal und nicht WhatsApp?
Weil bei Signal niemand am Inhalt oder an den Metadaten mitverdient. Technisch verschlüsseln beide Ende-zu-Ende, das Protokoll stammt in beiden Fällen von Signal. Der Unterschied liegt im Geschäftsmodell dahinter und in dem, was rundherum an Daten anfällt.
Reichen fünf Apps im Alltag wirklich?
Die Frage war, welche Apps täglich laufen, nicht welche installiert sind. Alles, was wöchentlich oder monatlich gebraucht wird, steht deshalb nicht drin. Genau darin liegt der Nutzen einer solchen Liste: Sie zeigt, wie klein der harte Kern ist.
Warum ist keine Kalender- oder Aufgaben-App dabei?
Weil man Kalender und Aufgaben oft nutzt, ohne die App zu öffnen. Ein Widget auf dem Sperrbildschirm und die Mitteilung zur richtigen Zeit erledigen den größten Teil davon. Eine App, die täglich arbeitet, ohne täglich angetippt zu werden, taucht in der Nutzungsdauer nicht auf, höchstens in der Mitteilungsstatistik daneben.