Ratgeber Veröffentlicht am 8. September 2026 12 Min. Lesezeit

Diese Apple-Apps sind mit iOS 27 besser geworden

Fotos, Safari, Kurzbefehle und die Kindersicherung haben mit iOS 27 neue Funktionen bekommen. Was davon dein iPhone erreicht, was fehlt und was nichts kostet.

Ein Systemupdate ist bei iOS immer auch ein App-Update. Die Apps, die auf jedem iPhone schon liegen, haben mit iOS 27 seit dem 14. September neue Funktionen. Ohne Kauf, ohne Abo, ohne Download.

Hier steht App für App, was dazugekommen ist, ab welchem iPhone es ankommt und ob damit eine App überflüssig wird, für die du bisher zahlst. Was iOS 27 als Ganzes bringt, steht im Überblick zu den Neuerungen von iOS 27. Dieser Text schaut stattdessen in die einzelnen Apps.

Die eine Trennlinie, die alles sortiert

Apple gruppiert die Neuerungen auf seiner Seite zu iOS 27 in Blöcke. Einer davon heißt Apple Intelligence in Apps, und darunter stehen gesammelt Fotos, Safari, Passwörter und Kurzbefehle. An der Einleitung dieses Blocks hängt eine Fußnote, und die zählt auf, welche Geräte Apple Intelligence überhaupt bekommen: alle iPhone-16-Modelle und neuer, dazu iPhone 15 Pro und iPhone 15 Pro Max.

iOS 27 selbst reicht deutlich weiter zurück, nämlich bis zum iPhone 11, dazu das iPhone SE ab der zweiten Generation. Zwischen beiden Listen liegen fünf Modellgenerationen. Wer ein iPhone 11, 12, 13, 14 oder ein iPhone 15 ohne Pro im Namen nutzt, bekommt das Update, aber einen guten Teil der App-Neuerungen darin nicht.

Und jetzt der Teil, den man ehrlich dazusagen muss: Apple hängt diese Fußnote an die Einleitung des Abschnitts, nicht an die einzelnen Funktionen darunter. Welche der genannten Neuerungen tatsächlich einen neueren Chip braucht und welche nur im selben Block gelandet ist, sagt Apple damit nicht. Solange das so bleibt, ist die vernünftige Annahme: alles unter dieser Überschrift ab iPhone 15 Pro einplanen. Was Apple Intelligence sonst noch kann und voraussetzt, steht im Überblick zu Apple Intelligence.

Fotos bekommt drei neue Werkzeuge

Die Bearbeitung in der Fotos-App wächst um drei Funktionen. Die Räumliche Neuausrichtung verschiebt den Bildausschnitt nachträglich, also nach der Aufnahme. Erweitern füllt den Rand über das hinaus, was ursprünglich im Bild war. Und das Werkzeug Bereinigen, mit dem du störende Objekte aus einem Foto entfernst, entfernt jetzt größere Objekte als bisher.

Das ist die Sorte Werkzeug, für die viele Leute bis heute einen Bildeditor im Abo bezahlen. Genau deshalb ist die Gerätefrage hier so ärgerlich: Fotos steht mitten im Apple-Intelligence-Block. Auf einem iPhone 13 bleibt die App also erst mal die, die sie heute ist. Was sie heute schon kann, steht in unserem Leitfaden zur Fotos-App, und das ist mehr, als die meisten nutzen.

Im selben Block sitzt Image Playground. Die Bilderzeugung arbeitet in höherer Qualität und in fast jedem Stil, bis hin zu fotorealistischen Ergebnissen, und lässt sich per Beschreibung nachbearbeiten.

Safari sortiert Tabs und behält Preise im Blick

Zwei Dinge sind dazugekommen. Tabs gruppieren sich automatisch nach Themen, was vor allem denen hilft, die ihre offenen Seiten nie schließen. Interessanter ist die zweite Funktion: Mitteilung an mich überwacht eine Webseite auf Änderungen, etwa beim Preis oder beim Lagerbestand, und meldet sich, wenn sich etwas tut. Du legst fest, worauf Safari achten soll und wie oft es nachsieht. Laut MacRumors prüft Safari höchstens einmal täglich zu einer festen Uhrzeit, wahlweise wöchentlich oder monatlich. Für fallende Preise reicht das, für den Ticketverkauf um Punkt zehn nicht.

Für Preisbeobachtung gibt es einen ganzen Markt aus Diensten und Browser-Erweiterungen, oft mit Konto und Newsletter. Dass der mitgelieferte Browser das selbst übernimmt, ist die praktischste Neuerung in dieser Liste.

Korrektur vom 16. September 2026: Hier stand zuvor, beide Safari-Funktionen trügen das Label „Demnächst auf Englisch“. Das trifft nicht zu. Auf Apples Seite steht dieser Hinweis am Absatz zu den Vorschlägen in Nachrichten und Mail, der Safari-Absatz trägt ihn weder in der deutschen noch in der englischen Fassung. Eine Sprachbeschränkung für die Preisüberwachung ist damit nicht belegt.

Ein Haken bleibt: Beide Safari-Funktionen brauchen laut MacRumors Apple Intelligence, also mindestens ein iPhone 15 Pro. Wenn du Safari ohnehin aufräumst, sind Safari-Profile für Arbeit und Privates der zweite Hebel dafür.

Passwörter tauscht schwache Passwörter selbst aus

Nachtrag vom 9. September 2026: Diese Funktion kommt später. Apple hat die Kachel auf der Vorschauseite inzwischen mit dem Zusatz „Kommt mit einem zukünftigen Softwareupdate.“ versehen. Zum Start von iOS 27 am 14. September ist sie also nicht dabei, ein Datum nennt Apple nicht. Der folgende Abschnitt beschreibt, was angekündigt ist, nicht was du am 14. September vorfindest.

Die Passwörter-App warnt schon heute vor schwachen und vor geleakten Zugangsdaten. Neu ist der Schritt danach: Sie soll das betroffene Passwort auf Wunsch selbst aktualisieren, statt dich auf die Webseite des Anbieters zu schicken. Dahinter arbeitet ein Agent, der sich im Hintergrund mit deinen vorhandenen Zugangsdaten anmeldet und dort ein starkes neues Passwort setzt. Angestoßen wird das mit einem Tipp im Bereich „Sicherheit“ der App.

Einen Dämpfer gibt es allerdings: Schon in den Betas tauchte die Funktion nur sporadisch auf. 9to5Mac hält es für möglich, dass sie erst mit iOS 27.1 nachgereicht wird.

Das ist die Funktion, mit der sich bezahlte Passwort-Manager bisher voneinander abgrenzen. Wandert sie in die vorinstallierte App, verschiebt sich die Rechnung für alle, die einen Manager nur wegen dieser Bequemlichkeit abonniert haben. Ob das für dich reicht, hängt weiter an denselben Fragen wie bisher, und die haben wir uns beim Vergleich der Passwörter-App mit Bitwarden schon einmal gestellt. Was ein Passwort überhaupt stark macht, steht in unserer Anleitung zum sicheren Passwort.

Kurzbefehle: beschreiben statt zusammenklicken

Kurzbefehle waren immer die mächtigste und zugleich sperrigste der mitgelieferten Apps. Wer einmal versucht hat, eine Automation aus einzelnen Bausteinen zusammenzusetzen, weiß, warum die App bei den meisten ungenutzt bleibt.

Das hat sich geändert: Du beschreibst, was passieren soll, und die App verbindet die nötigen Aktionen über mehrere Apps hinweg selbst. Apples eigenes Beispiel ist eine Nachricht an eine bestimmte Person samt voraussichtlicher Ankunftszeit, sobald man die Arbeit verlässt. Damit wird aus einer Bastel-App eine, die man tatsächlich benutzt. Wer lieber mit fertigen Bausteinen anfängt, findet bei unseren zehn erprobten Automationen einen Einstieg ohne Beschreibung.

Nachrichten und Mail denken mit, aber zuerst auf Englisch

Nachrichten und Mail sollen Vorschläge einblenden, die zum Inhalt der Unterhaltung passen. Aus einem Terminvorschlag im Chat wird mit einem Tippen ein Kalendereintrag, ein erwähntes Foto lässt sich direkt heraussuchen. Dieselbe Idee steckt hinter dem Anrufkontext in der Telefon-App, der während eines Gesprächs passende Infos aus deinen Apps anzeigt, etwa einen Buchungscode aus Mail beim Anruf bei einer Fluggesellschaft.

Am Absatz zu den Vorschlägen steht bei Apple „Verfügbar auf Englisch“, und die Fußnote dazu ergänzt, dass der Teil für Nachrichten erst mit einem künftigen Software-Update kommt. Für deutschsprachige Nutzung heißt beides: warten. Dazu passt die größere Einschränkung, dass Siri AI in der EU auf iPhone und iPad zum Start gar nicht verfügbar ist. Was das genau betrifft, haben wir uns für die EU im Einzelnen angesehen.

Mail bekommt außerdem etwas, das bemerkenswerterweise nicht unter der Apple-Intelligence-Überschrift steht: ein neues Ranking-System für die Suche, das die besten Treffer nach oben holt. Das ist eine der langweiligeren Ankündigungen und vermutlich die, die im Alltag am häufigsten greift. Zusammen mit den Mail-Kategorien wird der Posteingang damit spürbar übersichtlicher.

Bildschirmzeit ist zur echten Kindersicherung geworden

Der größte Umbau trifft eine App, die nicht im KI-Block steht und damit auf jedem Gerät ankommt, das iOS 27 bekommt. Vier Punkte fallen auf.

Erstens die Einrichtung: Eltern können schon im Systemassistenten festlegen, welche der mitgelieferten Apps ihr Kind nutzen darf, entweder eine kleine Auswahl, eine empfohlene Sammlung oder genau die Apps, die sie möchten. Weitere kommen später über die Kaufanfrage dazu.

Zweitens die neue Surfanfrage. Kinder müssen um Erlaubnis bitten, bevor sie eine neue Webseite öffnen, und Eltern sehen sich die Anfrage in Nachrichten an, bevor sie zustimmen. Apple schreibt dazu, dass das in Safari und anderen Browsern auf WebKit-Basis funktioniert, sobald die Bildschirmzeit aktualisiert wurde.

Drittens greift die Kommunikationssicherheit weiter als bisher. Sie hat Nacktheit in Nachrichten und FaceTime gefiltert und greift jetzt auch bei blutigen oder gewalttätigen Inhalten in geteilten Bildern und Videos.

Viertens die Zeiten selbst. Nutzungszeiten lassen sich je Kategorie setzen, also getrennt für die Kategorien Entertainment, Games und Social Media, mit altersbasierten Richtlinien als Vorschlag, die Apple nach eigenen Angaben mit Fachleuten aus Medizin und Entwicklungspsychologie erarbeitet hat. Dazu kommen Zeitpläne nach Uhrzeit und Wochentag und ein neues, übersichtlicheres Design in den Einstellungen.

Zusammen ist das der Abschnitt mit den meisten Einzelankündigungen, und er ist der einzige größere, bei dem die Gerätefrage keine Rolle spielt.

Was auf jedem iPhone ankommt, auch auf einem iPhone 11

Drei Dinge liegen ausdrücklich außerhalb des KI-Blocks und betreffen jede App gleichzeitig.

Liquid Glass bekommt einen Regler, mit dem sich die Optik von ultraklar bis komplett durchgefärbt einstellen lässt. Dazu nennt Apple bessere Lesbarkeit durch gleichmäßigere Lichtbrechung und mehr Kontrast sowie schärfere App-Symbole. Wem die Oberfläche seit iOS 26 zu unruhig war, bekommt hier zum ersten Mal einen Schalter in die Hand.

Beim Tempo nennt Apple konkrete Zahlen: Apps öffnen laut Apple bis zu 30 Prozent schneller, neue Fotos landen bis zu 70 Prozent schneller in der Mediathek und AirDrop-Übertragungen laufen bis zu 80 Prozent schneller. Interessant ist weniger die Zahl als das Testgerät. Die 30 Prozent hat Apple laut Fußnote auf einem iPhone 11 Pro Max gemessen, also auf einem Gerät aus der ältesten Generation, die das Update überhaupt bekommt. Die 70 und 80 Prozent stammen dagegen von neueren Geräten, einem iPhone 15 und einem iPhone 16 Plus.

Und drittens läuft der Wechsel zwischen WLAN und Mobilfunk übergangsloser, geregelt über die neue Verbindungshilfe in den WLAN-Einstellungen. Das ist die Art Verbesserung, die es nur gibt, weil der alte Zustand vorher genervt hat.

Die kleineren Apps, die auch etwas bekommen

Geteilte iCloud-Alben werden praktischer: Sie unterstützen jetzt das Teilen in voller Auflösung, und wer Android oder Windows nutzt, kann über iCloud.com eigene Fotos beisteuern. Damit fällt einer der Gründe weg, warum Familienalben so oft in einem fremden Dienst landen. Wie du Fotos schon heute in voller Auflösung teilst, haben wir separat aufgeschrieben.

In Karten rendert Flyover jetzt mit Luftaufnahmen und Modellen für Visuelle Intelligenz und zeigt Details bis hin zu einzelnen Baumformen. Die Health-App kann im Zyklusprotokoll auf Muster hinweisen, die auf eine Perimenopause hindeuten, laut Apple gedacht für Personen ab 40 und ausdrücklich kein Ersatz für eine ärztliche Abklärung. Für AirPods kommt ein Equalizer, mit dem sich Tiefen, Mitten und Höhen einzeln anpassen lassen. Und bei den Bedienungshilfen fällt eine Funktion auf, die weit über ihren Anlass hinausreicht: Untertitel werden für jedes Video automatisch erzeugt und lassen sich in andere Sprachen übersetzen.

Was das alles kostet

Nichts. Kein Aufpreis, kein Abo, keine Zusatzkäufe. Das ist bei einer Funktionsliste dieser Länge erwähnenswert, weil die Konkurrenz für fast jeden einzelnen Punkt ein Abomodell hat: Bildbearbeitung mit Objektentfernung, Preisbeobachtung, automatisches Passwortwechseln, Automatisierung über App-Grenzen hinweg, Kindersicherung mit Zeitplänen.

Der Preis wird stattdessen an anderer Stelle bezahlt, und zwar in Hardware. Wer die Hälfte dieser Liste haben will, braucht mindestens ein iPhone 15 Pro. Das ist eine ehrliche Rechnung, nur eben eine andere als ein Monatsbeitrag.

Häufige Fragen

Bekomme ich diese App-Neuerungen auf meinem iPhone 13?

Das Update ja, die Funktionen aus dem Apple-Intelligence-Block eher nicht. Apple nennt als Voraussetzung dafür alle iPhone-16-Modelle und neuer sowie iPhone 15 Pro und iPhone 15 Pro Max. Kindersicherung, Liquid-Glass-Regler, Tempo und die Mail-Suche stehen dagegen außerhalb dieses Blocks.

Welche Funktion braucht denn nun genau ein iPhone 15 Pro?

Das lässt Apple offen. Die Fußnote hängt an der Einleitung des Abschnitts, nicht an den einzelnen Funktionen. Bis Apple das aufschlüsselt, ist die sichere Annahme, dass sie für alles darunter gilt.

Muss ich die Apps einzeln aktualisieren?

Nein. Fotos, Safari, Passwörter, Kurzbefehle, Nachrichten, Mail und die Bildschirmzeit sind Teil des Systems und kommen mit dem Update mit.

Was ist mit Deutsch?

Die Vorschläge in Nachrichten und Mail sind laut Apple zunächst auf Englisch verfügbar, der Teil für Nachrichten kommt erst mit einem späteren Update. Für die Safari-Funktionen nennt Apple dagegen keine Sprachbeschränkung. Die größte Lücke bleibt Siri AI, das in der EU auf iPhone und iPad zum Start nicht verfügbar ist.

Seit wann gibt es iOS 27?

Seit dem 14. September 2026, fünf Tage nach dem iPhone-Event vom 9. September. Vorgestellt hatte Apple das System am 8. Juni 2026 auf der WWDC.

Was du jetzt tun kannst

Schau nach, welche der Bezahl-Apps auf deinem Homescreen genau das machen, was hier gerade kostenlos nachkommt. Bei Preisbeobachtung und beim Passwort-Manager lohnt sich diese Frage am meisten, weil dort ein laufendes Abo gegen eine mitgelieferte Funktion steht. Kündigen solltest du deswegen nicht blind, denn angekündigt ist nicht ausgeliefert: Der automatische Passwortwechsel fehlt zum Start und könnte erst mit einem späteren Update nachkommen. Bei der Preisüberwachung in Safari lohnt der Test dagegen sofort, und ein Blick in die Abo-Liste spart im Zweifel ein Jahr Beitrag.

Und wenn dein iPhone älter als ein iPhone 15 Pro ist: Der Teil dieser Liste, der dich sicher erreicht, ist die Kindersicherung, das Tempo und der Regler für Liquid Glass. Das ist weniger spektakulär als eine KI-Bildbearbeitung, aber es ist der Teil, den du jeden Tag anfasst.

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